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Können Bratkartoffeln Sünde sein?

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Montag, 25. April 2016 Ernährung, Kochen

Dünsten oder Braten: Welche Gemüse-Zubereitungsmethode ist gesünder?

Gemüse ist lecker. Gemüse ist gesund. Und bisher galt die Faustregel, dass die meisten Gemüsesorten roh oder sanft gedünstet am gesündesten sind. Tatsächlich bleiben beim Dünsten oder Dampfgaren die meisten Vitamine erhalten, während Kochen das Gemüse unnötig auslaugt.

Bratkartoffeln mit Rosenkohl

Den Fans von Gebratenem schmeckten diese Empfehlungen nicht gerade, denn eines liegt auf der Hand: Erst beim Braten in Butter oder einem guten Öl entwickeln die meisten Gemüsesorten diese köstlichen Röstnoten, dieses unwiderstehliche Aroma. Italienische Antipasti kommen einem in den Sinn, pfannenkaramellisierte Karotten … und natürlich Bratkartoffeln! Wie können Bratkartoffeln Sünde sein?!!

Neueste Forschungsergebnisse der Universität Granada sagen: Sind sie gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn sie in nativem Olivenöl gebraten werden statt in Butter. Natives Olivenöl enthält nämlich wertvolle Phenole, die beim Braten offenbar an das Bratgut weitergegeben werden und so dessen Gesundheitswert sogar noch steigern. Phenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die mit ihren antioxidativen Eigenschaften vorzeitige Zellalterung verhindern und uns auf diese Weise lange fit halten.

Natürlich erhöht das zusätzliche Fett auch den Kaloriengehalt. Gut, dass wir uns sogar diesen Fakt mit dem Wissen um fettlösliche Vitamine etc. schmackhaft machen können. Gerade gelbe, dunkelgrüne und rote Gemüse stecken nämlich voller Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A, das für Haut, Augen und Zellschutz so wichtig ist. Beta-Carotin ist rein fettlöslich, d.h. es kann vom Körper nur im Beisein von Fett verwertet werden. Diese Aufgabe übernimmt im Karottensalat der Schuss Sahne, am Brokkoli der Klecks Butter – oder eben das Olivenöl, in dem unser Abendessen so duftend brät. Außerdem sind die öl-eigenen ungesättigten Fettsäuren gut fürs Gehirn und halten den Cholesterinspiegel stabil.

Gemüse dünsten oder braten?

Zurück zu den Bratkartoffeln. Denn: Bratkartoffeln in Olivenöl? Das mag zunächst ungewohnt klingen, schmeckt aber dann doch herrlich. Keinerlei Umgewöhnung erfordern die üblichen Verdächtigen, die vor allem im Mittelmeerraum täglich in den Pfannen des Landes schmurgeln: Zucchini. Auberginen. Kürbis. Paprika. Tomaten. Immer in reichlich Olivenöl. Immer pikant abgeschmeckt mit Knoblauch und Kräutern wie Rosmarin oder Thymian. Was für uns nach Urlaub schmeckt, ist für Italiener, Spanier & Co. Alltag. Den wir uns, der Wissenschaft sei Dank, nun ohne Umschweife auch erlauben! 

Einen klitzekleinen Haken hat die Sache aber doch: Diese bahnbrechenden Forschungsergebnisse gelten ausschließlich für wirklich gutes, natives Olivenöl. Und das wird bei der Pommesbude um die Ecke leider kaum zum Einsatz kommen. Weil jedoch „selbstgemacht“ sowieso viel besser schmeckt, freuen wir uns jetzt über das herrlich frische Gemüse, das unser Hof- oder Bioladen je nach Saison anbietet, und lassen uns dort auch gleich mit Geheimtipps zum leckersten Olivenöl versorgen. Zuhause bereiten wir dann mit leuchtenden Augen ein herrliches Bratgemüse zu – und räumen die Pfanne danach nicht mehr ins hinterste Fach, denn sie wird ab sofort häufiger gebraucht. Guten Appetit!
(Lilian Kura)

Hierzu haben wir auch ein passendes Rezept parat:


 

Unser Rezept für Euch:

Zitronige Antipasti-Zucchiniröllchen mit Feta und Minze
(Vorspeise für 4 Personen)

Zutaten:

  • 3 mittelgroße, feste Zucchini, gewaschen
  • 6 EL fruchtiges natives Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen, geschält
  • 1 Bio-Zitrone, heiß abgespült
  • 150 g Feta am Stück, abgetropft
  • 2 Stengel frische Minze (kann man auch durch Petersilie ersetzen), gewaschen
  • Salz
  • Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • Mehrere Zahnstocher

Zubereitung:

In großer Pfanne 3 EL des Olivenöls erhitzen, bis die Oberfläche, schräg gegen das Licht betrachtet, „schlierig“ aussieht. 1 Knoblauchze vierteln und im Öl langsam anrösten, bis sie bräunlich wird, dann herausnehmen (und am besten direkt vernaschen). Jede Zucchini längs in 3–4 mm dicke Scheiben schneiden und portionsweise im knoblauchduftenden Öl von beiden Seiten kräftig goldbraun anbraten. Fertig gebratene Zucchini herausnehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Währenddessen eine Marinade aus dem restlichen Öl, dem Saft der Zitrone, etwas Zitronenschalen-Abrieb sowie Salz und Pfeffer rühren. Minze oder Petersilie grob hacken und unterrühren. Sollte in der Pfanne noch Bratöl schwimmen, auch dieses zur Marinde gießen. Hier wird nichts verschwendet! Auf einem großen flachen Teller die Marinade über die Zucchinischeiben träufeln, diese vorsichtig darin wenden (sie sollten nicht reißen) und vollständig abkühlen lassen. Feta der Breite nach in so viele Streifen/Blöcke schneiden, wie Zucchinischeiben vorhanden sind. Zucchinistreifen aus der Marinade nehmen, Fetastreifen darin einwickeln und mit Zahnstocher quer feststecken. Übrige Marinade darübergießen und als Vorspeise servieren. Dazu passt knusprigfrische Ciabatta oder geröstetes Bauernbrot.

 

 

 

 

 

*Quelle: Food Chemistry

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